Kreative Arbeit vs. Smartphone: 1:0

Lass Dich nicht ablenken & gewinne Deine Kreativität zurück

Brrrmmm. Hat das Smartphone gerade vibriert? Schnell gucken. Ach, wollte ich nicht gerade etwas nachlesen? Ach nee. Eigentlich sollte ich längst den Text fertig schreiben. Willkommen in meinem Denkprozess. Konzentriertes Arbeiten sieht anders aus. Seit ich herausgefunden habe, was das Smartphone mit meiner Konzentration anstellt, bin ich wieder viel fokussierter und vor allem: kreativer.

Das macht das Smartphone mit Deiner Konzentration …

Die Universität Texas erforschte im Rahmen einer Studie, wie das Smartphone das Konzentrationsvermögen beeinflusst. 800 Probanden mussten Ihre Geräte auf lautlos stellen und am Computer Aufgaben lösen, die viel Konzentration erforderten. Sie teilten die Probanden in drei Gruppen auf:

  1. Die erste Gruppe legte ihre Smartphones neben sich.
  2. Die zweite Gruppe verstaute die Geräte in der Tasche.
  3. Die dritte Gruppe platzierte ihre Smartphones im Nebenraum.

Welche Gruppe erzielte die besten Ergebnisse? Die Dritte. Am schlechtesten schnitt die erste Gruppe ab – ganz egal, ob das Smartphone offen oder verdeckt auf dem Tisch lag.

Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass das Smartphone nicht nur auf dem Tisch ablenkt, sondern auch, wenn es sich in der Tasche im gleichen Raum befindet. Beides machte die Probanden unkonzentrierter. Was die Forschenden darauf zurückführten, dass man sich nonstop anstrengen muss, um die Anwesenheit des Geräts auszublenden.

Egal, wie gern Du kreativ arbeitest: Das Smartphone zieht Deine Gedanken an wie ein Magnet einen Haufen Sicherheitsnadeln.

Ich fasse zusammen: Schon die Anwesenheit des Smartphones in Deinem Arbeitszimmer stört Deine Konzentration. Selbst wenn Du nicht bewusst an das Gerät denkst, stibitzt das Wissen um seine Anwesenheit, Deinem Gehirn Kapazitäten. Es lenkt Dich ab und verhindert konzentriertes, kreatives Arbeiten.

Was brauchst Du, um kreativ arbeiten zu können?

Wenn Du auch Texter bist, kennst Du das vielleicht: Eigentlich willst Du einen Blogartikel schreiben. Doch Du hängst seit 40 Minuten auf Instagram. Selbst wenn Du es schaffst, mit dem Schreiben zu beginnen, greifst Du immer wieder zum Smartphone. Das Ergebnis? Endlose Ablenkung und ein Text, der viel Überarbeitung braucht.

Das Gehirn verbraucht Energie, um die Verlockungen des Smartphones zu unterdrücken. Ihm fehlt die Kapazität für tiefe Konzentration. Und das macht unkreativ. Um einen durchdachten Artikel abzuliefern, braucht es aber vor allem das: Kreativität.

So kannst Du der Kreativität wieder mehr Raum geben:

  • Deep Work*: Notifications sind keine Benachrichtigungen. Sie sind Unterbrechungen. Kreative Arbeit braucht volle Konzentration und ein Flow-Gefühl, das vollkommen frei von Ablenkungen ist. Deep Work Phasen helfen Dir dabei, Deine Aufgabe von allen Seiten zu beleuchten und neue Ideen zu generieren.
  • bewegte Pause: Wie oft habe ich meine Pausen sitzend verbracht. Und das Smartphone war sowieso immer dabei. Doch für kreative Arbeit braucht es einen harmonischen Mix aus Aktivität und Ruhe. Wenn ich bei einem Text nicht vorankomme, bringe ich meinen Körper voran. Ich gehe joggen und mit hundertprozentiger Sicherheit läuft mir dann die Lösung über den Weg.
  • Langeweile: Ob an der Bushaltestelle oder beim Teekochen: Fülle Leerläufe nicht mit dem Smartphone. Wenn das Gehirn ständig mit Informationsverarbeitung beschäftigt ist, hat es keine Zeit, Probleme zu wälzen. Phasen ohne Berieselung sind wichtig. Denn wenn Du Dich langweilst, kommst Du auf neue Ideen. Das Konzept für einen Blog entsteht selten beim Scannen von News-Apps, sondern eher beim Blick aus dem Fenster.

*Deep Work meint die Fähigkeit, sich – ohne Ablenkung – für längere Zeit auf eine komplexe Aufgabe zu konzentrieren. Deep Work Phasen können Deine Produktivität und die Qualität Deiner Arbeit verbessern.

 

5 Tipps fürs kreative Arbeiten

 

Die Dauerablenkung Smartphone stört das kreative Arbeiten

Versteh mich nicht falsch: Ich liebe das Internet und Smartphones. Dank digitaler Lösungen kann ich meine Tätigkeit als freiberufliche Texterin entspannter organisieren. Die Online-Vernetzung mit Gleichgesinnten fällt mir leichter als der Besuch von großen Messen. Die Buchhaltung geht viel schneller.
Trotzdem brauche ich Wege, um mit dem Gedankenmagnet Smartphone achtsamer umzugehen: Ich will mich nicht vom Gerät steuern lassen, sondern seine Nutzung aktiv steuern. Für mehr Zeit und Ruhe im Kopf.

Diese fünf Wege können helfen, die Smartphone-Nutzung zu reduzieren und der kreativen Arbeit mehr Raum zu geben.

    1. Definiere Dein Warum: Überlege Dir, warum Du Deine Internet-Nutzung begrenzen willst. Was möchtest Du mit der gewonnen Zeit und Produktivität anfangen? Möchtest Du einen Blog starten? Einen Podcast? Willst Du Dich weiterbilden?Nutze diesen Satz gerne als Vorlage:
      „Ich möchte weniger Zeit mit Instagram verbringen und mehr Zeit mit dem Schreiben meines Buches.“
    2. Ziehe Grenzen: Definiere feste Fokuszeiten, während denen Du weder im Internet surfst, noch erreichbar bist. In diesen Zeiten kannst Du Dich Arbeit widmen, die viel Kreativität und Konzentration erfordert. Im Homeoffice kannst Du das Smartphone in einen anderen Raum legen und das Mailprogramm schließen. Im Großraumbüro helfen Noise-Cancelling-Kopfhörer und eine Notiz an die KollegInnen, dass Du für die nächste Stunde nicht gestört werden möchtest. Vielleicht kannst Du Dich auch in einen ungenutzten Konferenzraum zurückziehen?
    3. Ziehe den Stecker: Entferne Dich in Deinen Pausen so weit von Bildschirmen, wie Du nur kannst. Beim Mittagessen in der Kantine hat das Smartphone nichts zu suchen. Genauso wenig wie beim Tanken von Vitamin D im Park.
    4. Reflektiere Dein Nutzungsverhalten: Welche Apps unterstützen Dich in Deiner Arbeit? Welche verschwenden Deine Zeit? Lösche alles, was Dir nutzlos erscheint. Sortiere dann Deine Apps so, dass die mit Ablenkungspotenzial nicht auf dem Homescreen erscheinen.
    5. Gewohnheiten abtrainieren: Eine Zeit lang habe ich in der U-Bahn grundsätzlich das Handy rausgeholt und wahllos gescrollt. Das ist so eine Sache mit Gewohnheiten. Sie sind wie Pfade: Je öfter man sie benutzt, desto breiter werden sie. Desto fester ist die Gewohnheit verankert. Ich scrolle automatisch, obwohl in meiner Tasche ein Buch lagert. Meine Lösung: die Erinnerungsapp meines Smartphones. Ich habe eine Erinnerung eingerichtet, die an Orte gebunden ist. Jedes Mal, wenn ich an der U-Bahn-Station stehe, ploppt sie auf und fragt mich: „Hast Du nicht ein schönes Buch dabei, das du lesen wolltest?“ Und zack,  verschwindet das Smartphone in der Tasche. Seitdem wächst der Pfad des Lesens. Der des Scrollens schrumpft.

Was machst Du, wenn Du Konzentration und Kreativität aufpäppeln musst? Teile gerne Deine Erfahrungen in den Kommentaren.

Wenn Du Dich intensiver mit dem Thema kreative Arbeit beschäftigen möchtest, habe ich hier einen Buchtipp für Dich.

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