Satzzeichen als Stilmittel: Doppelpunkt und Gedankenstrich

Ein Doppelpunkt macht sich Gedankenstriche — meine liebsten Satzzeichen

Ohne Satzzeichen funktionieren Texte nicht. Sie gehören zum Schreiben wie Knopf und Reißverschluss zum Nähen einer Hose: Sie halten alles zusammen.

Satzzeichen können aber noch mehr: Als Stilmittel geben sie eine individuelle Note. Sie beeinflussen das Lesetempo und sorgen für Schwung.

Tipp: Nutzt du Satzzeichen als Stilmittel, gehe sparsam damit um. Zu viel Satzzeichen-Chaos stört den Lesefluss.

Zwei Satzzeichen, die oft unterschätzt, von mir aber geliebt werden, sind der Doppelpunkt und der Gedankenstrich. Schauen wir uns an, was die Beiden besonders macht.

1. Der Doppelpunkt

Der Doppelpunkt ist ein Satzmittezeichen. Er ist immer Teil eines Satzgefüges und steht nie am Ende eines Absatzes. Er kann aber zwischen zwei Hauptsätzen stehen. Man kennt ihn als Werkzeug, um wörtliche Rede, Aufzählungen oder Zitate anzukündigen. Als Stilmittel verursacht er einen Bruch beim Lesen und baut dadurch Spannung auf. Er macht den Satz dynamischer und verdeutlicht Bezüge. Ob Newsletter oder Blogartikel, der Doppelpunkt bringt Leben in deinen Text.

Beispiel:

»Paul schreckte aus dem Schlaf. Er hatte einen Schlag gehört.«

»Paul schreckte aus dem Schlaf: Er hatte einen Schlag gehört.«

Du willst eine Botschaft besonders stark betonen? Auch hier ist der Doppelpunkt dein Freund.

Beispiel:

»Weil ich intensiv durchdachte Artikel produzieren möchte, gilt an Arbeitstagen: Das Smartphone darf nicht mit ins Homeoffice.«

(Zitat aus meinem Artikel Freiheit küsst Faulheit: Produktivität im Homeoffice)

2. Der Gedankenstrich

Das Interpunktionszeichen nutzt man, wenn man innerhalb eines Gedankengangs einen Einschub hinzufügen möchten. Oder man setzt es ein, um Sprechpausen zu markieren. Was für mehr Rhythmus sorgt. Ob einzelner oder doppelter Gedankenstrich — das erste Wort des Einschubs schreibt man klein.

Eine Auswahl der Funktionen

  • Einschub markieren
  • Komma ersetzen
  • Doppelpunkt ersetzen
  • Sprecherwechsel markieren
  • Auslassung kennzeichnen
  • »bis« bei Zahlen und zählbaren Intervallen ersetzen

Die Denkpause durch den Gedankenstrich betont Gegensätze stärker oder kündigt Überraschungen und Wendungen an. Beim Lesen hält man gespannt die Luft an und fragt sich, was wohl kommen wird.

Beispiel:

»Paul stand auf und erschrak.«
»Paul stand auf — und erschrak.«

Der Bruch im Satz durch den Gedankenstrich sorgt für Abwechslung und Spannungsaufbau, aber auch für Übersichtlichkeit.

Beispiel:

»Maja — eine ehemalige Straßenhündin — haben wir vor zwei Jahren adoptiert.«

Achtung: Der Gedankenstrich entspricht nicht dem Bindestrich. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Funktion und Optik. Den Bindestrich nutzt du für zusammengesetzte Wörter wie »E-Mail« oder als Ergänzungsstrich: »Print- und Onlineredaktion.«

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