Grüne Schreibmaschine auf weißem Untergrund

Schreib’s Dir leichter! Vier Schreibprogramme im Vergleich

Die Wörter sprudeln aus dir heraus. Satz für Satz. Dann: Absturz. Nichts geht mehr.

Gemeint ist keine Schreibblockade, sondern ein Programmabsturz, der den Schreibfluss unterbricht. Wer mit einem klassischen Textverarbeitungsprogramm lange Schreibprojekte umsetzen möchte, stößt schnell auf Grenzen.

Warum sind spezielle Schreibprogramme hilfreich?

Die richtigen Worte fallen nicht einfach so ins Textdokument. Zuvor hat man viel recherchiert, Figuren und Kernaussagen entwickelt. Man schreibt mehrere Entwürfe, orientiert sich an Redaktionsplänen oder Kapitelstrukturen. Im Schreibprozess muss man auf alle nötigen Informationen schnell zugreifen. Dabei können Schreibprogramme helfen: Sie besitzen neben einem Modus für ablenkungsfreies Schreiben auch Funktionen zur Recherche, Planung und Analyse des Projekts.

Ich stelle dir heute vier Programme vor, die ich selbst getestet habe.

DAS perfekte Schreibprogramm existiert nicht. Gleichzeitig ist es kompliziert, ständig die Software zu wechseln. Oft lassen sich Daten wie Zeitstrahl oder Themenplanung nicht importieren. Mein Rat: Überlege dir vorab, welche Funktionen dir das Schreiben erleichtern. Nutze die kostenlosen Testversionen und triff eine langfristige Entscheidung.

 

Diese Schreibprogramme unterstützen dich beim Verfassen von Texten

 

1. Scrivener ist eines der beliebtesten Programme. Es vollführt einen Spagat zwischen großem Funktionsumfang und Übersichtlichkeit. Es hilft bei der Planung des Schreibprozesses, hat einen Bereich für die Ideensammlung und kann Recherchematerial wie Bilder und PDF-Dokumente anzeigen. Beim Schreiben entsteht keine lange Textdatei: Das Projekt teilt man in Szenen und Kapitel auf. Einzig eine gute Rechtschreib- und Grammatikprüfung fehlt.

  • Stärke: Schreibplanung, App zum unterwegs Schreiben
  • Besonders geeignet für: Romanschreiber und Journalisten, aber auch hilfreich beim Bloggen und Erstellen von wissenschaftlichen Arbeiten
  • Kompatibilität: Windows 7 +, Mac OS 10.12 +, iOS 9 +
  • Kosten: 45 $

 

2. Ulysses ist der Produktivitätsverstärker: Die cleane Benutzeroberfläche sorgt für ablenkungsfreies, fokussiertes Schreiben. Das Dateienmanagement ist effektiv: Alle Textprojekte kann man an einem Ort verwalten. Die Synchronisierung zwischen Rechner, Tablet und Smartphone läuft flüssig. Auch hier fehlt der Duden Korrektor.

  • Stärke: ablenkungsfreies Schreiben von überall
  • Besonders geeignet für: Texte aller Art, ob Social Media Post, Blogartikel oder populäres Sachbuch
  • Kompatibilität: Mac OS und iOS
  • Kosten: 40 € im Jahresabo

 

3. Papyrus Autor unterstützt AutorInnen von der Planung bis zur Veröffentlichung ihrer Buchidee. Es bietet umfangreiche Funktionen für Mindmaps, Pinnwände, Recherche und E-Book-Export. Man sollte mit einer gewissen Einarbeitungszeit rechnen. Sämtliche Spezialfunktionen lassen sich deaktivieren, sodass man sich aufs Schreiben konzentrieren kann.

  • Stärke: Rechtschreib- und Grammatikkorrektur, Stilanalyse
  • Besonders geeignet für: SchriftstellerInnen, E-Book-AutorInnen, VielschreiberInnen
  • Kompatibilität: Windows (7, 8, 10), Mac OS X (10.9.x-10.13.x)
  • Kosten: 179 €

 

4. Patchwork: Das passende Programm für Schreibende, die viel Struktur brauchen. Der Funktionsumfang ist riesig. Man darf aber kein gewohntes Textdokument erwarten: Patchwork ist szenenorientiert aufgebaut. Inhalt und Optik sind voneinander getrennt. Der Text ist in Szenen und Kapitel aufgesplittert. Erst beim Export enthüllt sich der Anblick des vollständig formatierten Produkts. Ähnlich wie bei Harrys erstem goldenen Schnatz: „I open at the close“.

  • Stärke: Projekt- und Protagonistenplanung
  • Besonders geeignet für: AutorInnen komplexer Texte (z. B. Belletristik und Drehbuch), nichts für Drauflosschreiber und Blogger
  • Kompatibilität: Windows 2000, XP, Vista, Windows 7, Windows 8/8.1, Windows 10, Mac OS X und Linux
  • Kosten: ohne Duden 99 €, mit Duden 134 €
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